Todestanz - Mordenkainen6

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Mordenkainen



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Mordenkainen
Die Dunkle Macht hält Einzug


Blut floß in Strömen…
die Schreie der Zerschlagenen Seelen durchbrachen den Verstand…
Furcht und Wut und Haß fraßen sich in ihre Seelen…
brutal verflogen die Schreie in die schwarze Unendlichkeit!

Funken schlugen durch den Raum…
gepeinigtes Blau fetzte durch die Realität und
strahlte über die roten Leichen und schwarzgebrannten Körper…
die Magie dehnte sich aus und nahm alles Licht als Geisel.

Mordenkainen schrie! … seine Stimme
verzerrt und voller Macht erscholl sie durch den Raum und die Zeiten!
Ein Tor zu den dunkelsten Dimensionen tat sich auf… und die ganze
magische Macht brach über den geformten Körper herein…

Der Umriß verzerrte sich…die pure Nacht brach über den
kleinen Raum herein… die Dämonen konnten sich nicht mehr
bewegen… Panik zerriß ihren Geist! Nie hatten sie so eine
Macht gespürt… wie sie jetzt hier ihren Platz einnahm…

Der Kristall vor ihm funkelte und sprühte… eh er in der Unendlichkeit
verging… die Form Mordenkainens wurde klarer denn je… kein Verfall mehr da…
pulsierend warf er die Arme nach oben… genoß den Moment…
die Magie drang in ihn… und durchschoß seine Adern…

Die Zeit hielt für ihn an… und er fühlte die Jahrhunderte seiner Existenz
kleiner werden… und dann…
hatte er seinen Platz im Machtgefüge wieder… und seine Fäuste schossen empor…
und Feuer waberte durch den Raum… nahm die Leichen zu sich…

Minuten vergingen… nachdem die Stimmen verstummt waren…
das Feuer erloschen… der Raum in düstere Stille getaucht…
die schwarze Gestalt schwer atmend… aber unendlich ruhig…
bis sie sich umdrehte…

Die Stiefel knallten über den harten Boden… und ehe der erste Dämon
aus dem Weg gehen konnte… fetzen seine Überreste bereits durch den Gang…
durch eine Geste vernichtet… aber unbeeindruckt ging die Gestalt ihren Weg…
Mordenkainen… war WIEDER DA!

Düster klangen die Worte… gesprochen von einer Stimme… die
furchterregender klang als der schlimmste Tod es könnte…
der Tanar’Ri hatte die legendäre Macht weit unterschätzt…
Mordenkainen… glich mehr einem Gott als einem Dämon…

… Du hast dies möglich gemacht… mit all Deinen Dämonenscharen,
und dies werde ich Dir nicht vergessen… der Handel gilt…
auch wenn ich Dich und Deine Schergen jetzt mehr als nur
kontrollieren könnte, Bra’kram’ta… tue ich dies nicht…

Der Wahre Name war ausgesprochen!
Unmögliches wurde wahr! Er kannte den Wahren Namen des
Tanar’Ri… der Einfluß über Mordenkainen zerbrach… das Gefüge
stürzte ein… das, was ungenannt bleiben sollte, wurde genannt.

… Ja, ich kenne Deinen Wahren Namen, Fürst.
Dies Wissen ist so alt wie die Zeit selbst…
ich brauche eine Armee… genug um diese Welt wieder
zu regieren… und dazu… werde ich unsere Abmachung erfüllen…

Der Tanar’Ri wußte… er hatte keine Wahl…
es schien fast gnädig… daß der Handel erfüllt wurde…
und doch erfüllte in Sekunden wieder die Bosheit sein unmenschliches
Herz und versprach pures Blutvergießen…

… Mordenkainen, so sei es!
Wir werden die Alten Pforten wieder aufstoßen und uns
diese Welt erobern! Für Euch und unsere Lust!
Suchen wir uns einen Weg… der uns zum Ziel bringt!...

Und so zwang die Frauengestalt wieder die Magie in ihre Hände
und erschuf eine Kristallkugel… weiß wie der Schnee…
schloß die Augen und hielt ihre Hand darüber…
und der Geist reiste in Minuten über alle Täler…Seen… Flüsse… Berge…

Sie riß die Augen auf…
und ihr Gesicht nahm einen entschlossenen…fast verbissenen Ausdruck an…
die geballte Faust vor sich streckend… den Blick in die Ferne gerichtet…
verkündete sie…

… die Alten Pforten sind in den Elmoor Bergen, dort
haben sie die Götter selbst versteckt… und Devas bewachen sie.
Wir werden sie schlagen… sie vernichten… und
uns unseren Preis holen! …

Gebrüll erschallte und der Raum bebte vor dem geifernden Geheul
der Dämonen… als sie dies vernahmen…
die unbändige Gier bemächtigte sich ihrer… und der Wille
zu töten… ignorierte jede Vorsicht.


Esidurs Kopf fuhr ruckartig hoch…
minutenlang stand er schweigend über dem Feld des Blutes,
und seine Begleiter erschraken, als sie
seine Stimme hörten… sie war… unreal…

… STERBLICHE…
IHR SEID ZEUGEN DES PUREN BÖSEN…
WIR WERDEN IHN STOPPEN; IHN AUFHALTEN.
FOLGT ESIDUR; SEIN WEG IST UNSER WEG…

Eiskalt glitt es ihnen über die Haut,
atemlos, selbst Alanor, der viel erlebt hatte,
stand plötzlich wie vom Blitz getroffen da…
konnte kein Wort fassen…

Und er fiel…
Esidur stürzte… schlaff und ohne Bewußtsein…
niemand konnte ihn auffangen…
gelähmt vor Furcht standen die Begleiter…

… Esidur! Mein Freund!
Was war das? Wer hat gesprochen?
Das war kein sterbliches Wesen…
soviel Macht habt selbst ihr nicht, um meinen Geist zu binden…

Alanor schüttelte die Starre ab und riß Esidurs Oberkörper aus
dem Schlamm… suchte die Augen und seinen Geist…
gleißendes Licht leuchtete, als die Verse erschollen…
der Magier knechtete die Magie, formte sie, und vitalisierte Esidur…

Zuckend…prickelnd… schoß das Leben zurück in den Körper…
Stoß um Stoß schoß der Atem durch die kühle Luft…
fest der Griff um seine Schulter, so erlangte er
sein Bewußtsein wieder.

… Alanor? Was… ist passiert?
Ich hörte eine Stimme, hatte ein Gefühl…
ich war nicht ich, sah mich von außerhalb…
Ehrfurcht…unendliche Ehrfurcht…befiel mich…

… Erinnert Euch der Worte! Was habe ich gesagt?
Folgt mir…? Ich… es ist Sein Wille…
der Gott des Todes… mein Herr und Meister…
jetzt erkenne ich…

Erneut befiel Stille die Gesandtschaft…
alle Augen blickten auf den Priester…
er sah erschöpft aus… ja fast gealtert …
geschwächt… erhob er sich aus dem Griff des Freundes.

… Unser Weg ist vorbestimmt… gen Norden…
ich werde Mordenkainen finden und zur Rechenschaft ziehen,
egal wie hoch der Preis ist, die Welt hat genug von ihm,
und wir mit ihr! …

... Elben, hört mich an!
Euer Fürst ist ein eigener, und unser Weg führt uns fort von hier…
wir können euer Wohl nicht opfern für uns…
es ist eure Wahl… entscheidet Euch…

Blicke zwischen ihnen wanderten, sie schienen wortlos zu reden…
Minuten verstrichen, während sich die Elben ansahen und
eine Lösung versuchten zu finden…
bis einer vortrat…

… Esidur, vi’run der Elben,
ihr habt unser Vertrauen. Wenn der Schwarze unsere Welt
gefährdet, so werden wir Euch unterstützen,
verfügt über unseren Bogen und unser Schwert…

Wie ein Mann verneigten sie sich vor ihm…
dem Boten seines Gottes… die Verantwortung wurde ihnen
bewußt… sie kämpften für und gegen große Mächte…
aber es gab nur diesen Weg!

… Das Schicksal… läßt uns manchmal keine Wahl…
Entscheidungen fallen und werden getroffen…
wollen wir bleiben was wir sind, müssen wir den steinigen Weg gehen…
durch finsterste Nacht, um unser Licht wiederzufinden… So sei es…

Esidur verbeugte sich vor den Elben, sah jedem in die Augen…
kalte Entschlossenheit sah er, unendlich tief in den Elfenaugen,
Alter, Stärke und Mut… keiner würde fliehen, würde sie verraten…
die Zweifel wichen aus seinem Herz, sie gaben ihm Kraft…

Früh am nächsten Morgen jedoch,
sah er an sich herab… das gealterte Selbst,
spürte die Last auf ihn…
er fühlte sich schwach und krank.

Das Ziel war klar…dieses hier…
aber bedeutete sein Leben jemals mehr?
Keine Frau hielt er jemals länger in den Armen,
als einen Mondlauf…

Das Schicksal verlangte seine Opfer, aber
war der Preis nicht sehr hoch?
Sein Körper wurde langsam verzehrt…
von den Gewalten, denen er sich stellte.

Sein Blick glitt über die aufgehende Sonne…
die Elben waren bereits wach und jagten die
letzten nachtaktiven Tiere…
während das Feuer langsam niederbrannte.

… Über was denkt Ihr nach, vi’run?
Euer Blick streift die Sonne wie der
Blick eines Liebenden das Gesicht der
Liebsten sucht…

… Falared, mehr als einmal haben sich
unsere Wege auf meinen Reisen gekreuzt,
als Ihr noch Bote wart für die Königin…
was denkt Ihr, was ich denke? ...

… Traurigkeit spricht aus Eurem Blick.
Ihr vermißt etwas… Mensch, Ding oder Tier…
für einen Menschen seid ihr schon über den
Mittelpunkt des Lebens hinaus… denkt ihr darüber nach? …

Schmunzelnd setze sich Esidur aufrechter hin…
der Elf hatte sofort erkannt, was er fühlte, ohne
darüber nachzudenken…er spürte einfach, was war…
eine meisterhafte Begabung, die ihm als Mensch fehlte…

… Ja, ihr habt recht, es mag sein, daß ich etwas sehr vermisse,
Ihr etwa nicht? Nein… ihr habt Frau und Kind… aber ich habe
nichts davon. Meine Pflicht stand immer dazwischen…
und als sie die Wahl erzwang, da hatte ich doch keine…

Falared legte ihm die Hand auf die Schulter, blickte mit ihm
einige Sekunden der aufsteigenden Sonne hinterher,
und begann leise ein Lied zu singen… Musik der Elben…
zeitlos und schön… sie umfing Esidur und riß ihn aus den düsteren Visionen.

… Danke, mein Freund… wir sollten jetzt aufbrechen.
Vor uns liegt ein weiter Weg… und ich befürchte, daß
nichts Gutes uns dort erwarten wird.
Vielleicht kehren wir nicht lebend wieder.

Schnell wurde alles gepackt und verstaut, Alanor
legte bereits die Paraphernalia für die Elementarbeschwörung
zurecht… aber er hielt inne…
als sein Alarmruf erscholl, lebten bereits zwei Elben nicht mehr.

Geheul schoß durch die Luft;
Reißzähne bohrten sich in Fleisch,
Pfeile sirrten, schwarzes Fell von Blut durchtränkt…
jeder kämpfte…um sein Leben.

Hart preßte eines der Wesen Esidur zu Boden,
mit schnellem Schwung war es auf seinem Rücken gelandet…
schnell… tödlich… bereit, die Kehle durchzubeißen…
aber Falared war schneller. Ein Pfeil, ein Schuß, ein Aufschrei.

… Gut gemacht, mein Freund.
Ich schulde Euch etwas; ein Kehlenschuß ist nicht einfach!
Achtung!
Es kommen noch mehr! …

Und sie kamen…
Dutzende… Scharen… huschten zwischen den Bäumen
umher und stürmten auf die kleine Gruppe hinzu…
Blutdurst in den Augen… schwarz wie Panther…

Die Elben verteidigten sich, und doch wußten sie, daß sie
sterben würden… jeder focht, als gäbe es kein Morgen…
keiner schrie bei einer Wunde, keiner als er fiel…
Blut mit Blut erkauft.

Die Luft flimmerte, und es waren nicht die Zauber,
die Alanor wob; zwei Wesen hatte er schon erlegt;
ein Surren ging durch die Luft… unerträglich, kreischend…
Mensch, Elb und Tier war dem nicht gewachsen…

Sie alle erstarrten vor Schmerz… wer Hände hatte, hielt sich
die Ohren …. wer keine hatte, wälzte sich und versuchte Dreck
hinein zu bekommen… die Luft bebte… Schmerz!
Ein Schatten bildete sich… ein Spalt… und dann war alles vorbei.

Eine Gestalt blieb… dort, wo der Schatten war…
blieb nur noch ein Teil davon…
schwarz, düster, aber… menschlich…
beinahe.

… Mein Name ist Viraq… und ich bringe Euch den Tod…

Eisen blitzte auf…
zwei Waffen, schnell und stark,
durchschnitten Pelz und Knochen und
die Geschwindigkeit dessen ergoß sich als Panik…

Elb, Mensch und Schatten… gegen Tier.
Tier? … ein Ruck ging durch die toten Körper…
und langsam verwandelten sie sich…
Werkreaturen! Plötzlich lagen dort nur noch Menschen.

Zwei Schwerter vollführten einen Todestanz…
sie hackten, peitschen, zerrissen und zerbrachen…
Esidur hatte noch niemals bei einem Mensch so eine
Brutalität gesehen… und solch eine Geschwindigkeit.

Die linke Faust schoß vor – ultio infinitum –
und aus der Brust einer Kreatur schoß das Blut wie aus eine Wunde…
Geifer lief ihm aus dem Maul… der Kampf des Todes…
und dann lag es still…

aber die Klingen hielten schon wieder reiche Ernte…
fünf dieser Wesen hielt er allein in Schach… kreiste,
tänzelte, wich aus und parierte… während er
seinen Blutzoll forderte…

Einen Moment lang täuschten ihn die Wesen…
und eine blutige Krallenspur zog sich über seinen Rücken…
ein Schrei! Schmerz wallte auf… und entfesselte den Zorn!
Als ihr Sprung vollendet war, lebte die Bestie nicht mehr.

Esidur focht unerbittlich, er und Falared standen
Rücken an Rücken und schützten sich… vor ihnen lagen
etliche erschlagene Tiere… jetzt Menschen…
und bald flohen die letzten Überlebenden durch die Wälder…

Viraq… stand mit den Waffen erhoben über seiner Beute…
schwer atmend… haßerfüllt…zornig… unbeugsam…
langsam… ließ er die Waffen sinken… und steckte sie
in die verdeckten Rückenscheiden zurück…

... Alle Verletzten zu mir! Das waren Werwölfe!
Jede Wunde kann Euch zu einem von Ihnen machen!
Schnell! Die Zeit drängt!
Auch ihr, Helfer Viraq, wer immer ihr seid! …

Die Augen geschlossen intonierte Esidur seine Zauber…
die Wunden schlossen sich… der Schmerz verging…
nur Viraq kam nicht… er stand dort, still… und
?genoß? den Schmerz, der seinen Rücken quälte…

… Kommt und laßt Euch versorgen, Freund…
sonst endet ihr noch wie diese Lykanthropen!
Ihr habt uns geholfen, jetzt laßt mich Euch
auch helfen! …

Schwarze Augen fixierten Esidur, blanker Zorn
schwappte über ihn, als er in diese Augen sah…
und doch war noch viel mehr dahinter…
unendlich viel mehr…

… Danke, Gottkind, aber ich kann mir selbst helfen.
Eure Götter sind mir sowieso nicht geneigt…
also soll es so sein…
ka lenyu far’khra …

Viraq’s linke Faust schoß nach oben… gleisend loderte
der Ring, den er dort trug… und nach dem ersten Schreck…
war auch alles schon vorbei… leichtfüßig ging Viraq auf
die Gruppe zu.

… Mein Name wurde genannt, ich bin hier um Euren Weg
zu bereiten. Ich bin der Vernichter, der Wanderer zwischen
den Existenzen. Die sterbliche Essenz in mir ist Eurer ähnlich…
und doch bin ich eine andere Macht als Ihr es seid…

Er strahlte Größe aus… und Macht… pure, unverdünnte Macht…
so, wie es Mordenkainen damals tat, als Esidur ihn zuerst traf…
in den kalten Hügeln von Brindatos, der Feste auf dem
Gleisenden Riesen.

Esidur blieb unerschüttert… seine Hand ging nach vorne…
und der Fremde packte zu… umgriff sein Handgelenk und
hielt ihn fest… die Augen sprachen Bände…
sie maßen sich… testen sich… dann ließ Esidur los.

… Ich kenne Euch nicht, aber ohne Euch hätten wir
vielleicht verloren. Werbiester! Nur ein Kratzer, und
Du wirst selbst zur Marionette…
Woher kommt Ihr? Warum seid Ihr hier? …

… Ist das wichtig?
Ich bin hier um Mordenkainen, die Geisel aller Welten,
zu vernichten und zu schlagen, und seine Essenz
einzukerkern in den tiefsten Tiefen der Abyss! …

Schweigen…
Stille hing über allen… Unentschlossenheit…
nur der Schatten stand still da, wissend, unnahbar…
und wartete…

… Nun denn, begleitet uns, aber seid guten Geistes!
Wir werden wachsam sein… solltet Ihr Euch als
schlimmeres Übel als diese Bestien herausstellen, so
werden wir kämpfen; bis zum letzten Mann …

… So sei es …

und diese geflüsterten Worte erschollen wieder von den
Bäumen und den Bergen… der Wind trug sie zurück, wieder
und wieder… während die Elben sich langsam zum Gehen
anschickten, zog Esidur Alanor auf die Seite…

… Bereitet einen Schutzzauber vor…
er kämpft mit magischen Mitteln…
falls er eine unbedachte Bewegung macht,
schützt uns! …

Der Tag verflog… und bald schon dämmerte es…
Viraq verschwand zwischen den Bäumen, während die Elben
den Lagerplatz bereiteten….
und Alanor suchte Esidur auf… und flüsterte…

… Mein Freund, ich habe nachgedacht…
in einem alten Buch über die Geschichte der
Alten Welt habe ich einmal ein Märchen gelesen…
die Sage über die Gefühle...

… Hört zu:…

Vor langer Zeit, als sich die Feen in den
Bäumen trafen,
ward ein Junge geboren… von einem Paar
der Liebe hold.

Lebenslust war ihm zu eigen,
verwöhnt von Göttern und Natur,
er zeigte stets ein frohes Lachen, immer
war ihm das Schicksal hold.

Eines Tages verliebte er sich… in eine
schöne Maid… doch sie war ihm nicht hold…
das stürzte ihn sehr schwer
in eine tiefe Traurigkeit.

Er liebte oft, und liebte ehrlich,
doch nie war ihm die Liebe gnädig,
niemals hat er mehr erhalten,
als ihren Körper und ihr Wort.

Schon bald war sie weit fort,
weg über alle Berge, alle Seen,
alle Täler… und ward
nie mehr gesehen.

Einsam und allein, fristete er die
Existenz… Jahre über Jahre…
und aus seinem Haß… gegen Gott
und Mensch und Tier…

Er hatte einen Ring… getragen viele Jahr’
und er sah alles mit; jede Frau und jeden Tag.
Alle Gefühle, all die Wut; all den Zorn und
all den Haß… sog es in den Ring…!

Er trug den Ring, noch viele weitere Jahre…
und stark und stärker wurde er…
genährt von unsterblichen Kräften…
einsam im Exil.

Doch irgendwann brach das Gute Herz,
das einsam ward lange Jahr,
hindurch und fegte kurz beiseite,
der schwarzen Horden dunkle Schar.

Er sah ein Mädchen… jung und schön…
und sein Herz verliebte sich für ihn…
er vergaß all den Haß und all das Leid…
und zog ab den Ring für kurze Zeit.

Auch sie verliebte sich… und sie waren
glücklich, einige Zeit…
sie bemerkte den Ring… und
fragte ihn danach.

Nachdem sie nun wußte, was ihn
einst so schwer belud…
kaufte er sich einen Ring… den
sie für ihn nun Tage trug…

Als sie sich wiedersahen…
gab sie ihn den Ring…
und dort stand in weißen Lettern
„Liebe“ … und nicht Haß.

Er steckte auf den Ring und fühlte
wohl, daß wahre Liebe ihn beseelt…
und so vergaß er sich,
und öffnete ihr Tür und Tor.

Eines Tages… nicht lang danach…
stritten sie voll Gefühl und schwerem Terz…
sie wollte gehen, nicht eingeengt mehr sein…
er sah sie viel zu selten… das meinte sie nicht zum Scherz!

Er war lang fort, mußte Leben
unterhalten… Brot und Obdach…
dies waren seine Sorgen…
aber für sie, da war nur er, das wichtigste der Welt.

So kam es eines Tages, daß
er nur noch leer das Haus vorfand…
ein Brief am Ofen, letzte Spur…
sie war weg, für immer… was soll das nur?

Traurig, einsam und allein,
wie so oft schon vorher war er nun…
er sucht „Haß“ und fand ihn auch,
und steckte ihn an seine andre Hand.

Sein Vermögen verkaufte er…
kein Kelch kein Wein kein Stuhl…
alles für zwei Schwerter…
und seines Zornes Sündenpfuhl.

Haß und Liebe…
so ging er ein… in die Geschichte
alter Zeit… er streifte durch die Lande
und vernichtete teils Freund teils Feind.

… hört Ihr, Esidur?
Wir sollten ihm nicht trauen…
nicht jetzt… wo es so schwer um unsere Mission
steht… wollt ihr das riskieren? …

… er hat gar keine andere Wahl, Magier…

Und so trat Viraq aus den Schatten …
ein Lächeln stand ihm im Gesicht… Überlegenheit
und Sicherheit… das strahlte er aus… die Fäuste an die Brust gelegt…
und langsam erhob er seine Stimme wieder…

… Ich bin es.
Dies ist Liebe, dies ist Haß!
Die Zeiten haben mein Äußeres nicht verändert,
wohl aber meinen Geist. Die Gefühle sind unendlich,
und ich mit ihnen. Liebe und Haß… halten sich das Gleichgewicht…

… und ER schädigt das… denn er ist blanker Haß.
Seine Worte werden die Erde verpesten und die Toten aufbringen…
ich kann das nicht dulden…
ich habe nichts mehr, kein Herz… aber einen Verstand! …

… Genug der Worte, jetzt ist es Zeit zu handeln…
ich werde Euch begleiten, aber ihr könnt mir nicht befehlen,
seid Euch dessen gewiß…
nur ich allein befehle mir! …

Und ohne eine Erwiderung abzuwarten, ging er fort…
setzte sich ans Lagerfeuer und schloß die Augen…
sah in sich hinein und spürte die Kräfte… groß und mächtig…
er war der Träger der Urgewalt.

… Esidur… seid vorsichtig…
zu starke Verbündete können manchmal
den Weg selbst in die Hand nehmen…
gebt auf Euch acht! …

Und so verließ auch Alanor den nunmehr nachdenklichen
Priester… der noch einige Zeit in den dunklen Wald spähte,
bevor er sich zu seiner Lagerstatt begab…
und während des Einschlafens noch leise sprach…

… So gehen wir denn zur letzten Schlacht…
Schicksal, heiße uns willkommen…
wir werden uns Dir stellen…
bei den Elmoor Bergen…