Todestanz - Mordenkainen4

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Mordenkainen
Sedunya

... Mit jedem Tag werde ich stärker...
Freie Welt! Dieses Mal... werde ich nicht
scheitern an einem eitlen Priester...
und in Sedunya, dort werde ich den Schlüssel dazu holen ...

Die Hand im schwarzen Handschuh ballte
sich zur Faust und wissende schwarze Augen ruhten
auf ihm, als die Magierin der Kraft ihres Körpers
zusah. Die Kraft, die man aus Magie gewinnt.

Aus purer Magie geformt... mit Mordenkainens Willen
erschaffen. Ein Gefäß, eine Form. Aber...
jetzt nicht mehr... die Dunkle Seele hat ihn zu lange
schon... seine Macht durchdringt ihn völlig.

... Ich spüre... langsam schon... wie meine Magie
diese Materie zerfrißt... sie ist zu stark für die
Form dieser sterblichen Frau... aus der er geformt ist...
ich brauche diesen Stein! ...

Und am nächsten Morgen versammelten sich vor
dem Phönixthron Yaesil und ein Mann... in schwarzen
Gewändern... lange schwarze Haare, streng zurückgebunden...
dunkle Augen, Opalen gleich... und eine Aura der Macht umgab ihn.

... Yaesil, Drache, wir haben eine Mission.
Wir gehen nach Sedunya und holen was mir gehört.
Mit diesem Schlüssel werden wir siegen ... und die
Völker dieser Welt bluten lassen! ...

Der Mann in den schwarzen Gewänder zuckte bei
diesen Worten mit den Augenbrauen... und
räusperte sich verhalten...
er blickte mit starrem Blick auf Mordenkainen...

... Ihr redet so offen über Eure Pläne, Meister?
Esidur könnte Euch beobachten, wie er es stets tat,
und er könnte Sedunya uneinnehmbar machen.
Viele Magier hat er zur Verfügung. Nehmt Euch in Acht! ...

Die schöne Frau räkelte sich verführerisch auf dem
Thron... und nahm eine Maske der Überlegenheit an...
lächelte ihn an und nahm sich einen Moment
Zeit um den Augenblick zu genießen...

... Ihr seid weise, mein Freund... natürlich
habe ich dafür gesorgt daß uns ab jetzt niemand mehr
belauscht... Meine Macht ist wesentlich stärker
geworden. Und dieses Schloß ist davon durchdrungen. ...

Der Drache, Faldendur, verneigte sich vor ihr...
und lächelte verhalten... er wußte, warum er jetzt
die Dunkle Seite gewählt hat... die Seite der Macht...
und die Seite des starken Willens.

... Wie Ihr wünscht, Herrin. Ich traue Eurem Urteil.
Was ist nun mit Eurem Angebot?
Ihr verspracht mir mehr für meine Dienste...
wann werde ich meine Bezahlung erhalten? ...

... Faldendur, ihr werdet sie erhalten sobald
ICH es für richtig empfinde. Haltet Eure Forderungen
im Zaum! Ich weiß um Eure Macht, und doch seid
ihr nichts im Vergleich zu mir! Und jetzt schweigt! ...

Die dunkle Gestalt verneigte sich vor dem Thron und
schritt zusammen mit Yaesil zu einem Tisch...
der mit Karten ausgelegt war. An ihm stand ein Zombie
und hielt die eine Seite des Tisches, die keine Füße mehr hatte.

... Ihr seht die Karten der Umgebung hier, die ich aus
diesem Archiv hier extrahiert habe... die rote Linie
wird unser Weg sein. Über die Regenberge und dann
durch die Länder der Elfen. ...

Abfällig sah Faldendur auf den Zombiediener und auf
die Flugroute. Ihm schien die Anwesenheit dieses
niederen Wesens zu stören.
Mit erhobener Augenbraue musterte er die Karte.

... Ihr geht einen zu offensiven Weg... und ihr zieht
Euch den Zorn der Elfen zu. Es schwächt uns...
bis wir dort sind werden wir vielleicht zu schwach
sein. Wir brauchen unsere ganze Macht! ...

Mordenkainen sprang förmlich aus seinem Thron und
schritt langsam und zielstrebig auf den Drachen zu.
Magische Energien bauten sich in blauen Flammen um
seine Hände auf... und Augen voller Zorn richteten sich auf ihn.

... Wenn Ihr es noch einmal wagt, derart über meine
Pläne zu reden, werde ich mir den Karfunkel aus Eurem Kopf
schneiden! Und... meine Diener suche ich mir heraus,
also lebt mit meinen Untoten, oder sterbt! ...

Sie untermauerte ihre Worte mit einer magischen Detonation...
wilde blaue Flammen schlugen an der Gestalt des Mannes empor,
drangen durch die Haut und Eis bildete sich auf seiner Haut...
er schrie! Unsägliche Qualen litt er...

Wenige Sekunden ... dann war es vorbei... der Zorn
hielt noch an, aber die Disziplin hielt ihn wieder im Zaum
Die Magie ebbte ab... und Faldendur sank auf die Knie...
er atmete schwer.

Den Blick am steinernen Boden geheftet… starr…
brach aus ihm die Energie hervor!
Kleidungsfetzen… Haut… spritzte durch den Raum…
als sich die Gestalt offenbarte… und die Urform annahm.

Sein Zauber war zerstört… und so breiteten sich
gigantische schwarze Schwingen aus… ein langer Hals schoß empor…
der Mann war vergangen, und eine schwarze Gestalt füllte
den Saal fast vollständig… der schwarze Drache Faldendur.

… Ihr beherrscht Euch nicht, Drache, daß Eure Zauber so leicht
in sich zusammenfallen. Ich dachte Ihr wäret stärker!
Fügt Euch, oder sterbt!
Das ist mein letztes Wort! …

Der Drache riß sein Maul auf und schrie… brüllte…
die Mauern erbebten… Trinkgefäße… vieles stürzte zu Boden…
und… doch gewann die Drachenwut nicht gegen den Verstand…
widerwillig sank der Kopf… und blieb unten.

Die Magierin ließ ihr Lächeln spielen… und schritt
festen Schrittes auf ihren Thron zu… und mit einer eleganten
Drehung saß sie dort wieder. Die Finger an die Lippen gelegt…
schloß sie die Augen und winkte abschätzend mit einer Hand alle hinaus.

Der Drache gab sich erneut eine sterbliche Hülle… und verließ
den Saal… aber nicht ohne noch einmal über die Schulter hinweg
einen verabscheuungswürdigen Blick auf die Gestalt zu werfen…
die ihn unterjocht hatte.

Einige Tage vergingen…
bis die Vorbereitungen fertig waren… Artefakte erschaffen und
Routen geplant. Es würde eine harte Reise werden.
Umkämpft… und vielleicht auch tödlich.

Die Sonne schien… Vögel sangen… das Licht des Tages
spiegelte sich auf den Augen der Frau wieder… und die lange
Robe flatterte im Wind… die linke Hand schoß hoch… die rechte
malte ein Zeichen in den Wind… und ihre Stimme sang die Melodie…

Die Realität… zerriß vor der Gestalt… und schuf ein Tor…
durch die Dimensionen und durch den Raum…
den Gang den zu gehen sie gewählt hatten… auf der Suche
nach dem Stein … nach Sedunya.

… Yaesil, Faldendur, macht Euch bereit. Wir durchschreiten
das Tor. Es bringt uns bis zum Elfenwald, dort wirken mächtige Zauber.
Ich konnte nicht hindurchbrechen… ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
Nehmt die Steine der Unscheinbarkeit, die ich geschaffen habe. Los! …

Um jeden Hals hin ein Stein… ein Rubin… pulsierend im Sonnenlicht.
Die Drei, Mann, Frau und Geschöpf sangen einen kurzen Laut… und
plötzlich standen dort ein Waldläufer, eine Elfe und ein Panther.
Wortlos… durchschritten sie das Portal.

Die Welt verschwand… graues Wabern allein ward die Welt…
Gefühle verloren sich, kein Geruch, kein Geschmack… alles
fahl. Wenige Sekunden lang gab es gar nichts außer grau…
und dann… fiel wieder Sonne auf sie… und vor Ihnen lag ein Wald.

Der Waldläufer zischte… Faldendur konnte die elfische Magie spüren…
alles hier war davon umgeben. Und auch die Elfe sah sich bedrückt um.
Eine Aura der Macht lag über diesen Gestaden… und es könnte…
vernichtend werden.

Die Elfe lief voran… und wies den Weg… im Laufschritt durch den
Wald. Panther und Waldläufer folgten… erst zögerlich… dann schnell.
Vermeintlich ungesehen… versuchten sie so schnell wie möglich
ihr Ziel zu erreichen… es blieb beim Versuch.

… A bienmalyas sha!

Ein Schrei!
Unter den Gefährten stürzte der Boden ein… sie fielen,
blind und irritiert. Schmutz, Schlamm… haftete an ihnen…
die Grube war tief. Keiner … konnte mit ihr rechnen.

… Wer seid Ihr, daß eindringt in Heilige Wälder?
Dies ist nicht Euer Land, Mensch!
Elbin, erklärt was ihr mit ihm zu schaffen habt!
Ich kenne Euch nicht… und ich kenne alle die hier leben! …

… verhallte eine Stimme… oben war nichts zu sehen…
nur Blätter, die langsam zu Boden glitten…
schmerzende Glieder… den Schreck abschüttelnd…
sammelten sich die Gestalten dort unten.

… Offenbart Euch, feiges Volk, oder habt Ihr Angst?
Ich bin Dael Yern aus dem Westen! Dies ist meine Frau
Talshira. Wir sind auf dem Weg nach Tarakos.
Räuber zwangen uns durch Euren Wald zu gehen! …

Der Waldläufer sprach… aus ihm heraus tönte Stolz…
wie er den Drachen stets zu eigen ist… der nie gebrochen wird.
Mißbilligend warf Mordenkainen einen Blick auf ihn… und doch
achtete er ihn jetzt mehr. Denn er hatte keine Angst.

Sie nahm einige Blätter in die Hand und hielt sie vor ihre Augen…
sprach ein Wort… und erkannte jetzt die Magie in ihnen…
starke Verhüllungszauber! Sie waren kaum auszumachen…
diese Art der Zauberei war eindeutig elbisch.

Es erschienen aus über der Grube… mehrere grüne Gestalten…
kaum sichtbar, selbst im hellen Licht…
Bögen, Schwerter… und zwei Stäbe waren als Waffen zu sehen.
Also… waren Kämpfer und Magier anwesend.

… Ihr sprecht hochmütig… dafür daß ihr in unserem
Land seid! Zügelt Euch, oder sterbt…
ich sehe ihr habt einen Dalyas bei euch…
entweder ihr habt ihn manipuliert… oder… nun ja. …

Yaesil fauchte…. in seiner jetzigen Gestalt…
und Ehrfurcht fiel auf die Herzen der Elfen…
ihre Stimmen erhoben sich sacht… und sie
tauschten ihre Gedanken aus…

{Noch ist nicht alles verloren… diese Elben
bilden sich zuviel auf ihr Vertrauen in die Tierwelt
ein… vielleicht… haben wir doch noch eine Chance…
auch wenn wir im Moment hier festsitzen}

So dachte Mordenkainen… der die Macht der Elben
in ihren eigenen Wälder gut einschätzen konnte…
durch sie ist damals gefallen… als er sich zuviel
zutraute… und die Elbenkönigin selbst angriff.

Aber das war lange her… und vielleicht hat sich
die Herrschaft auf eine andere übertragen…
wenn dem nicht so ist, dann würde die Mission
… schwerer… werden.

Mit zusammengekniffenen Lidern beobachtete
Faldendur aufmerksam was die Elben sprachen…
und er horchte in ihre Herzen…
und er sah dort… Güte.

Was für ein erbärmliches Gefühl!

Er wußte, daß ab jetzt die Elfen verloren hatten…
denn Zutrauen zu der Gruppe wäre der Untergang
der Elfen. Ein Drache hat alle Möglichkeiten
wenn er über genügend Zeit verfügt.

Plötzlich wurde es still…
und aus den verschwommenen grünen Schatten
erhob sich eine Gestalt… streifte die Kapuze zurück…
und hielt seinen Stab neben sich.

… Hört, Reisende… wir gewähren Euch Geleit.
Folgt uns und unserem Weg, er ist sicher und ihr
stört unser Gefüge damit kaum. Da ihr schon hier
seid… habt ihr das sowieso schon getan…

Die Augen geschlossen… konzentrierte er sich…
vor dem Elb flogen die Blätter nach oben… drehten sich…
und formten sich… Stufe für Stufe… eine Treppe!
Der Elb öffnete wieder die Augen und trat zurück.

Argwöhnisch beäugten die drei Gefährten die Elben…
als sie zögernd nach oben schritten, dem Weg folgend.
Der Sprecher führte sie an… links und rechts neben ihnen
gingen die Krieger… nahezu unsichtbar. Die Magier folgten.

… Woher kommst Du, Dalyas…
und warum folgst Du ihnen? Du mußt von weit her
kommen… dein Fell ist schwärzer als alle die ich vor
Dir sah. Sprich, ich höre Dir zu…

Ein Knurren.
Die Antwort…
Blitzend.. starrten kalte Augen auf den sprechenden Elb…
der Krieger zuckte zurück. Diese Augen… ungewöhnlich.

Verwirrt nahm der Elb seinen Pfad wieder auf, und verschwand
in den Schatten der Bäume. Faldendur blieb das nicht
unverhüllt. Sein Blick raste umher… keine Ruhe fand er.
Er fühlte sich nicht wohl. Zuviel um ihn herum… frei… frei sein.

Um ihn herum strichen die Elben… wispernd… wie der Wind…
er konnte ihre Augen auf sich gerichtet spüren… er… fühlte es…
ihr Interesse und ihre grauenvolle Güte…
seine Fäuste ballten sich, er verkrampfte sich.

Mordenkainen blieb es nicht verborgen… und er hatte gewußt
das es ein Risiko war ein solch gewaltiges Geschöpf hierher
zu führen… aber jetzt mußte er den Preis zahlen…
er bereitet sich innerlich vor.

… Ich halte das nicht mehr aus! Wendet euren Blick, Elfen!
Ich ertrage es nicht, eure Güte, eure Gutartigkeit!
Lauft abseits, geht mir aus dem Weg!
Ich brauche euren Schutz nicht, ich kann mir selbst helfen!...

Faldendur riß herum, schrie es aus sich heraus…
und wirbelte wie ein Wahnsinniger herum… es nagte an ihm…
mit Händen wie Klauen und Augäpfel voller irrem Weiß
starrte er die versammelte Elbenschar an.

… Beruhigt Euch, Freund! Wir wollen Euch nur geleiten…
kein Leid wollen wir Euch tun, ihr seid auf unserem Grund,
daher stellen wir die Bedingungen, seht das ein!
Haltet an Euch und folgt uns!...

So sprach der Elb… der für alle Elben sprach.
Und… es machte alles schlimmer… Faldendur fiel auf die
Knie… Elben kamen um dem scheinbar Kranken zu helfen…
ein tödlicher Fehler…

Er verwandelte sich, seine Gestalt brach auseinander und
der Knall hallte von den Bäumen wider… mächtige Schwingen
entfalteten sich, im Strecken warf er die einfältigen Elben umher
wie Spielzeug… bevor er seine volle Größe erreichte…

Schwarz wie die Nacht stand er über den Elben… und holte bereits
Atem um sie zu vernichten mit seiner tödlichen Säure…
Mordenkainen sprach den vorbereiteten Schutzzauber gegen Säure…
dieser Drache war genauso einfältig wie die Elben!

Die Magier reagierten… und plötzlich schossen die Pflanzen an
dem Drachen empor … Ranken hart wie Stahl kettete den Drachen fest…
aber zu spät! Mit aufblitzenden Augen ergoß er seinen Odem über alles
was dort lebte… Freund oder Feind.

Zischend… spritzend… fraß sich die Säure ihren Weg…
auch Mordenkainen nahm Schaden… aber der Zauber bewahrte ihn vor
dem schlimmsten. Elben schrieen, kreischten! Ihre Leiber zerfielen…
aber nicht alle… ein Magier, der Sprecher, hatte sich in Sicherheit gebracht.

… Dimensionstor… weg von diesem Ort und wahrscheinlich zu seinen
Leuten. Verdammt! Der ganze Wald ist aufmerksam auf uns!
Verfluchter Wyrm, elendes Geschöpf, alles zunichte gemacht!
alle Kunst umsonst!...

Yaesil... wo war er?
Von ihm zeugte nur noch ein rauchender Krater… verfallenes Fleisch
wo einst ein Panther war… er hatte keine Chance, er stand unter
den Elben. Hinweggefegt von der Säure…

… Das, Wyrm, wirst Du mir büßen! Yaesil war einer meine Diener, ein
fähiger noch dazu! Ich selbst habe ihn erschaffen, aus den teuersten Dingen
die ich kannte! Dafür… hole ich mir jetzt Deine Seele!
Knechten werde ich sie, tausend Jahre!

Die Luft vibrierte… um Mordenkainen… er rief Kräfte an… von
deren Existenz nur wenige Wissen… der Zauber… ward
lange verschollen… und aus gutem Grund.
Ein riesiger Meteor aus der Feuerebene riß sich in die Realität!


Krachend, brodelnd… sank er nieder auf Faldendur… der Drache brüllte!
Er wurde schwer verwundet, ein Flügel zerschlagen, sein Hinterbein
abgedrückt… und Blut quoll in Strömen aus seinem Leib…
aber noch lebte er.

Die Augen des Drachen schlossen sich… und er selbst nutzte die Magie…
und schleuderte ein Wort der Macht…
Blindheit überfiel Mordenkainen… seine Sinne wurden geraubt…
und höhnisch erhob sich der Drache wieder.

… Du glaubst wohl mit deinem Steinchen wäre alles vorbei, oder?
Du unterschätzt mich, Magier, und solches endet tödlich.
Ich bin ein Wyrm!!! Kein Untertan, kein Diener! Ein Meister!
Deine Macht werde ich mir einverleiben, das ist jetzt mein neuer Preis! ...

Aber er täuschte sich in seinem Hochmut… Mordenkainen wob bereits einen
neuen Zauber… er mußte nichts dazu sehen… denn sein Geist barg mächtige Magie.
Er holte tief Luft… und ließ einen Ton erklingen… den kaum ein Sterblicher überlebt hat…
es war … der Schrei der Todesfee…

Der Drache kniff die Augen zu… wankte… Blut schoß aus seinen Augen…
er war bereits zu geschwächt um noch wirksam zu kontern… in endlosem Leid
schrie und brüllte er… bis sein Kopf leblos aufschlug… und sein Totenlied
verstummte.

Unendlicher Zorn erfüllte Mordenkainen… zwei Verbündete vernichtet!
Nahezu unentbehrliche Gefolgsleute… nach Sedunya zu kommen ist jetzt
fast unmöglich. Dieser stolze und närrische Drache! Niemals hätte er mit
ihm einen Handel schließen sollen!

… Das wirst Du mir büßen… verfluchter Wyrm, ich hole mir jetzt…
was Dir so wichtig ist… und es wird mir vielleicht besser dienen als
es Dir diente, ich schneide es mir aus Dir heraus!
Yaesil hast Du vernichtet! Tausendmal Verderben über Dich!...

Leise erhob sich die Stimme der Magierin… sie sang und ihre
Händen woben Muster in die Lust… krachend und zischend
entluden sich Energien um den gefallenen Drachen… sammelten
sich… und knackend sprang der Kopf entzwei…

Funkelnd… glänzend… lag dort sein Schatz… der Karfunkel…
Magie strahlte förmlich aus ihm heraus… seine Essenz
lag darin verborgen… das Leben war völlig aus ihm gerissen…
aber die Macht war immer noch da…

… Deine Seele habe ich mir selbst entzogen… zerstört…
unwiederbringlich… die Todesfeen vernichten ihre Opfer…
und so ist jetzt Dein Geist im endlosen Grau… aber warte…
auch dorthin reicht meine Macht… bald… jedenfalls…

Tief… aus der dunkelsten Dunkelheit in ihm… summte
ein Ton empor… und riß Mordenkainen fast von den Füßen…
der Karfunkelstein hob sich… und schwebte in seine Arme…
Funken schlugen um seine Handschuhe… sein war er nun!

Er spürte wie die Energien um ihn sich manifestierten…
seine Macht wuchs… mehr Zauber… mehr Magie…
beachtlich… welches Potential dieser einfältige Drache hatte…
er legte den Stein in einen Beutel und band ihn sich um…

Pulsierend spürte er den Gewinn… vielleicht war es doch
nicht so dumm… ihn getötet zu haben…
so ist jetzt wenigstens die Unsicherheit über den Verbündeten weg…
und trotz allem ist noch Macht dageblieben…

Zeit weiter zu gehen… bevor die Elben kommen…
Zu spät!
Eine Flöte! Kriegssänger! Die Sonne verdunkelt sich…
Greifenreiter! … jetzt… hatte er ein Problem.

Die Gedanken schossen nach innen…
das Karfunkel steuerte seinen Teil bei… und vor der Gestalt
brach die Welt auseinander… nicht nur ein Tor erschien…
wie bei dem Baatezu… sondern ein Riß im Weltgefüge…

Flucht… kein anderer Gedanke beherrschte ihn…
gegen eine Armee der Elben konnte er sich allein niemals stellen…
man sah sie nicht… erst wenn sie vor einem stand… und hier
in diesem Wald lebten tausende Waffenfähige und Magier…

Hastig sprang er hindurch… die Welt verschwamm und für
Sekunden war er ohne Bewußtsein… als er wieder sehen konnte
fand er sich dort wieder… wo er Yaesil hergeholt hatte…
in der Abyss… dort wo nur Dämonen lauern.

Er schwebte… in einem grau-in-grau… um ihn herum Fragmente…
von Erde… Inseln, wie treibend im Meer…
hunderte… tausende…
er wußte wohin er sich wenden mußte…

Die Augen geschlossen…
hob sich seine Gestalt höher und höher… sie schwebte… drehte sich…
immer schneller auf eine gewaltige Masse zu…
ein Brocken lang wie hundert Schlösser.

Sanft kam die Magierin auf… aber die Ankunft blieb nicht unbemerkt…
geiferende…sabbernde… Wesen harrten dort… und die Gier nach Fleisch
trieb sie… hechelnd und lechzend sprangen sie auf Mordenkainen zu…
vier von ihnen… hundegleich und mit dolchlangen Zähnen.

Er zögerte keine Sekunde… aus seiner Hand lösten sich fünf Kugeln
aus reiner Magie… jede traf in einem funkenden Aufprall eines der Wesen…
eines jedoch erhielt zwei Treffer… sie zuckten mit keiner Wimper…
aber sie nahmen Schaden.

Springend, hüpfend… kamen sie näher… es fehlten nur noch wenige Meter…
da schoß ihre Hand nach vorne… eine Welle purer Kälte löste sich aus den
gespreizten Fingerspitzen… kegelförmig schoß sie auf die Biester zu…
und alle kreischten und zischten… vor Schmerz und Pein.

Sie gaben nicht auf… Bewohner dieser Ebene kann man nicht so leicht verschrecken…
heulend stürzten sie sich auf ihn… und Krallen und Zähne schabten über
die undurchdringliche doch im Moment unsichtbare schwarze Rüstung…
keiner konnte ihn verletzen.

Die Gestalt veränderte sich… die Form der Elfe verblaßte und wieder stand
er dort… schwarz und imposant… die Hülle einer Frau und das schwarze Federkleid,
der Panzer und die Rüstung vor Bosheit strahlend…
die Wesen hielten inne… ein Aufblitzen von Angst… sie kannten diese Aura.

Doch er kannte keine Gnade… die linke Hand flammte auf… Feuer schoß aus
ihr und verzehrte eine dieser Kreaturen völlig… die andere wandte sich zu einem
mächtigen Hieb… der fast ohne Widerstand durch die Haut drang und den Funken
der Existenz aus ihm trieb… und seine Hülle in Sekunden zerfallen ließ.

Die drei übrigen Biester rannten… flüchteten… denn hier waren sie völlig sterblich…
in der materiellen Welt konnte man sie bannen… hier jedoch konnte man sie
vernichten… und so tat Mordenkainen es auch…
er wob bereits einen neuen Spruch…

Ein uraltes Wort sprang über seine Lippen… aus einer Sprache die nicht einmal
mehr die Ältesten sprechen oder vollständig kennen… purpurne Schlieren schlangen
sich um die flüchtenden Wesen… und das Wort der Macht tat seine Wirkung…
die Bänder wurden fest und zogen sich zusammen… die Existenz dieser Biester hörte auf.

Tod… das Wort der Macht wurde ausgesprochen.
Es hallte durch die Abyss… derartige Magie an diesem Ort hat andere
Auswirkungen als in der materiellen Ebene…
die Magie webte ihr eigenes Lied.

Mordenkainen spürte es… die Macht baute sich um ihn auf…
sein Kopf schmerzte… das Karfunkel pulsierte in schnellem Takt…
er spürte etwas nahen… etwas fast schon bekanntes…
vor ihm verfestigte sich die Gestalt eines Fürsten der Höllen.

Vier Meter hoch… bullige Schnauze… geifernd…
rote Augen… die das pure Böse ausstrahlten…
vier Arme… das Biest über dreihundert Kilo schwer…
ein Koloß… der auch die Magie mehr als meisterte.

Ein Gegner, um vieles stärker als der Drache… und
Mordenkainen hatte viele Zauber verbraucht…
war geschwächt und nicht in seiner Welt…
es stand auf Messers Schneide.

Sekunden vergingen… beide Wesen musterten
und sich.. und tauschten abschätzende Blicke.
Keiner hatte Angst. Jeder… erwog seine Möglichkeiten…
bis der Balor die dunkle Stimme erhob…

… Deine Essenz ist hier bekannt… und die Macht…
die Du ausstrahlst… und Dein Wort der Macht…
ist nicht ungehört geblieben. Wenige Wesen
verfügen über dieses Wissen…

… Und wenige Fürsten wie Ihr… großer Balor…
erkennen dies… viele hätten sofort den Kampf
gesucht… und sich meine Seele versucht zu holen…
aber Ihr… seid schlauer…

… Schmeichelt mir nicht! Es nützt Euch gar nichts!
Ihr interessiert mich… was wollt Ihr hier? …
Es ist kein Zufall Euch hier zu treffen,
... erklärt Euch!...

… Auch wenn mir Euer Ton nicht gefällt…
schätze ich doch die Situation zu Eurem Vorteil ein.
Hört: Ich habe mich vor den Elben aus den Wäldern
zurückgezogen… hier… bin ich vor Ihnen sicher…

… Aber nicht vor meinen Scharen… Mordenkainen…
und hier endet Eure Macht… ich sehe keine Verbündeten…
und viele Zauber habt Ihr nicht mehr… ich sehe Eure
Schwäche… und Euer Potential…

… Und Ihr wollt es für Euch nutzen…
es hätte mir klar sein müssen…
stellt Eure Bedingungen, Dämon!
Aber wählt sie weise… ich werde nicht immer so machtlos sein…

… Ihr gefallt mir, Mordenkainen…
Bedingungen zu stellen während Eurer erschaffener
Körper zerfällt… also hört denn, dies ist mein Angebot:
öffne ein permanentes Tor in Sedunya… und rufe mich…

… Ihr verlangt viel… Götter werden nicht erfreut sein…
aber das berührt mich nicht!
Der Handel gilt!
Führt mich an ein Tor… das mich zu meinem Ziel bringt…

… Abgemacht…
Und solltet Ihr den Handel brechen… dann werden Euch
mehr als diese minderen Dämonen, die ihr zerstört habt,
heimsuchen und vernichten. Denkt daran!...

Die roten Augen des Fürsten glänzten vor Freude und Gier,
seine zwei oberen Arme formten Gesten und neben
den beide Verbündeten bildete sich ein Tor… Dimensionstor.
Hier… beherrschen nur Geschöpfe dieser Ebene diese Macht.

Die Frau durchschritt das Tor… und die Realität bog sich…
wieder einmal… und die Magie um ihn wurde schwächer…
seine Form… begann zu zerfließen… Schmerzen… und
Zorn.. überwältigten sie… es zwang sie auf die Knie…

… Disziplin… Disziplin ist der Schlüssel…
Magie… ist eine formbare Kraft… der Willen
ist der Schlüssel… der Schlüssel zur Macht…
Disziplin… Mordenkainen… Meister der Magie…

Sie zwang sich wieder auf die Beine…
Härte… Verbissenheit… stahlharter Blick…
Häßlichkeit… in den zerfressenen Gesicht…
die Hände von Pusteln überzogen…

Der Kristall an ihrer Hüfte begann wieder zu pochen…
sie zog ihn langsam hervor… immer noch den Schmerz
bekämpfend… und fokussierte die Macht…
die Gesichtszüge verschwammen…formten sich neu…

Es war nur eine Illusion… aber…
es würde genügen müssen, der Körper stand durch die
vielen magischen Reisen kurz vor dem Verfall…
dann würde für ihn kein Halt mehr in dieser Welt existieren.

Die Schmerzen unterdrückend… ging er die letzten Schritte…
dort unten… lag es… Sedunya, die Tote Stadt…
von einer Anhöhe blickte er hinab… auf
Zelte… Menschen, Priester und Magier…

… Euer Tag wird kommen… Sterbliche…
aber jetzt… hole ich zuerst was mir zusteht…
und dann werden die Höllenscharen sich um Euch
kümmern… aber jetzt… ist es Zeit zu rasten.

Mordenkainen trat in den Schatten eines Baumes…
seine Erscheinung verschwamm… und er wurde eins mit
ihm. Stunden später… erwachte er erfrischt…
und mit dem Ziel vor Augen… ging die Sonne unter…

samedi 1er juin 2002
22:30:36